Pädagogische Grundhaltung
"Beobachte! Lerne dein Kind kennen! Wenn du wirklich bemerkst, was es nötig hat, wenn du fühlst, was es braucht, dann wirst du es auch richtig behandeln, wirst es richtig lenken, erziehen." Emmi Pikler
Maria Montessori & Emmi Pikler
Bewegung
"Kinder brauchen Bewegungsmöglichkeiten im Alltag, um ihre Kräfte zu entfalten und ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Bewegung ist der Motor des Lernens, vom ersten Tag an." Renate Zimmer
Ein Schwerpunkt der ganzheitlichen Entwicklung des Kindes ist für uns die Bewegung. Als Sportwissenschaftlerin liegt mir, Anke Krombacher, die Bewegung ganz besonders am Herzen. Wir möchten die Bewegungsfreude in einer immer bewegungsärmeren Umwelt erhalten und die Bewegungskompetenz fördern, so dass die Weichen für eine gesunde Entwicklung gestellt werden und das damit verbundene Verhalten zu einer Selbstverständlichkeit auch für die folgenden Lebensphasen wird. Doch neben der gesundheitlichen Perspektive bietet die Bewegungserziehung noch so vielfältige Möglichkeiten die Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz weiter zu entwickeln. Sie ist neben der Sprachförderung der zentrale Baustein in unserem Konzept ist. Bewegung ist für Kinder in den ersten Lebensjahren das wichtigste Mittel, um Erfahrungen über die eigene Person, aber auch über seine soziale, räumliche und dingliche Umwelt zu gewinnen. Kinder lernen wie kleine Forscher. Sie greifen um dann zu begreifen. Die einfachen Handlungen und Tätigkeiten des Kindes sind die Basis für ihre Erkenntnisgewinnung. Auch das Bild von sich selbst entsteht durch den Umgang mit dem eigenen Körper und der Auseinandersetzung mit den körperlichen Fähigkeiten. Neben einer bewegungsfreundlichen Gestaltung der Räume (verschiedene Ebenen, Pikler-Geräte, verschiedene Untergründe, Roll-/Rutschfahrzeuge, u.v.m.), werden wir regelmäßig Bewegungsbaustellen und rhythmische Bewegungsangebote anbieten sowie viel Bewegung an der frischen Luft ermöglichen.
Sprache
"Die Grenzen meiner Sprache, bedeuten die Grenzen meiner Welt." Ludwig Wittgenstein
Wir sehen uns als Sprachvorbilder und begleiten die Kinder beim Erwerb ihrer Sprachkompetenz, denn im Alter zwischen 0 und 4 Jahren liegt die besonders sensible Phase für das Erlernen und den Aufbau der Muttersprache.
Für ein soziales Miteinander brauchen wir die Sprache. Damit können wir uns verständigen, Dinge und Situationen benennen, Erfahrungen, Bedürfnisse und Gefühle mitteilen und uns dadurch auch Wissen aneignen. Letztendlich ist unsere Sprache der Schlüssel zur Welt.
Kinder nehmen ihre Umwelt über Bewegung und Wahrnehmung in Besitz. Durch das Betasten, Begreifen und das Umgehen mit den Dingen lernen sie deren Beschaffenheit und Eigenschaften kennen. Diese Erfahrungen werden Schritt für Schritt versprachlicht. Das Greifen und Begreifen werden durch die Begriffe und somit Sprache erweitert.
Natur
" Das Kind wird zum Entdecker der Welt und hat den Wunsch immer tiefer einzudringen und seine Entdeckungen zu verwerten." Maria Montessori
Die Natur können wir durch kein Material von Maria Montessori ersetzen. Die Natur bietet den schönsten und erlebnisreichsten Spiel- und Bewegungsraum für Kinder. Bewegung an der frischen Luft ist gut für die Gesundheit und zugleich kann schon in jungen Jahren ein Bewusstsein für die Natur und die Umwelt geschaffen werden, das in der heutigen Zeit dringend nötig ist.
Trotz unserer zentralen städtischen Lage sollen unsere Kinder mit allen Sinnen die Natur erleben. So lernen sie ihre Umwelt besser kennen und können viele neue Erfahrungen machen und dabei ihre Kompetenzen erweitern. Kinder, die die Natur erleben und mit ihr etwas Schönes verbinden, werden die Natur auch schätzen. Eine Pflanze wachsen zu sehen, Tiere zu beobachten oder auch zu verstehen woher Nahrungsmittel kommen, sind entwicklungsreiche Lernfelder. Daher werden wir bei regelmäßigen Ausflügen in die Talaue, auf die Felder und in den Wald die Natur erleben und uns durch kleine Projekte (z.B. Schmetterlingszucht, Kresse anpflanzen, etc.) die Natur zu uns holen.
Um das Erleben der Jahreszeiten zu unterstützen, wird ein Jahreszeitenhaus eingerichtet, in dem das Thema auf vielfältige Weise aufgegriffen wird und Platz für die kleinen Schätze ist, die die Kinder in der Natur finden.
Bedeutung und Gestaltung der Eingewöhnung
Um eine Vertrauensbasis zwischen dem Kind, den Eltern und uns zu schaffen, ist die Kennenlern- und Eingewöhnungsphase sehr wichtig. Die Eingewöhnung ist eine sensible Phase und braucht Zeit und Einfühlungsvermögen und hat daher im Montessori Nest einen hohen Stellenwert.
Bereits beim Erstgespräch werden die Gewohnheiten des Kindes, seine Vorlieben und Interessen, sowie der Ablauf der Eingewöhnung besprochen. Die Eltern erhalten alle Informationen darüber, was das Kind ab dem ersten Tag im Montessori Nest benötigt. Darüber hinaus dürfen die Eltern ein Familienbuch bzw. Ich-Buch für das Kind erstellen. So haben die Kinder immer ein „Stück Zuhause“ bei sich.
Die Eingewöhnung orientiert sich am Berliner Modell und wird individuell auf jedes Kind angepasst. Ein Elternteil soll mindestens vier Wochen für sich und ihr Kind für diese wichtige Phase einplanen. Jedes Kind wird schrittweise daran gewöhnt, uns als Bezugspersonen anzunehmen und uns zu vertrauen. Genau wie daran, sich von den Eltern zu trennen und darauf zu vertrauen, dass sie jedes Mal wiederkommen. Die Bezugsperson ist am Anfang der Eingewöhnungsphase passiv anwesend und bietet dem Kind einen sicheren Hafen, aus dem das Kind in neue Abenteuer starten kann.
Wichtig dabei ist, dass während der Eingewöhnung immer die gleiche Person anwesend ist. Sobald sich das Kind sicherer fühlt, wird der Elternteil für kurze Zeit den Raum verlassen. Diese Zeit wird immer weiter ausgedehnt. Je nach Charakter und Vorerfahrung des Kindes ist diese Zeit individuell zu gestalten. Das grundlegende Ziel der Eingewöhnung besteht darin, während der Anwesenheit der Bezugsperson eine tragfähige Beziehung zwischen uns und dem Kind aufzubauen.
Für die Eltern hat dies den Vorteil, dass sie zunächst auch am Geschehen teilhaben können und eine Vorstellung davon bekommen, wie wir mit den Kindern arbeiten, was auf ihr Kind zukommt und mit wem es zusammen sein wird. So können sich alle in Ruhe aneinander gewöhnen. Unsere Aufgabe ist es dem Kind durch diese behutsame Eingewöhnungsphase eine sichere Basis während der Abwesenheit der Eltern zu bieten. Diese sichere Basis und bindungswirksame Interaktionsangebote im Hinblick auf Zuwendung, Sicherheit, Explorationsunterstützung und Assistenz sind die Grundlage, um Exploration und somit Bildung zu ermöglichen.
Erziehungspartnerschaft
Uns ist wichtig, dass wir die Eltern in ihrer Erziehungsarbeit unterstützen und entlasten und in Erziehungsfragen partnerschaftlich zur Seite stehen. Wir wollen für unsere Familien im Alltag eine Hilfe sein, ohne sich Sorgen zu machen, dass sie ihre Kinder erzieherisch vernachlässigen. Wir sind gemeinsam für das Wohl der Kinder verantwortlich und bilden eine Erziehungspartnerschaft. Die Basis für eine gelingende Erziehungspartnerschaft ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen und einer wertschätzenden Kommunikation auf Augenhöhe. Die Eltern sind unsere direkten Ansprechpartner, wenn es darum geht optimale Entwicklungsbedingungen für ihre Kinder zu schaffen.
Das Ankommen unserer Kinder am Morgen und das Gehen am Nachmittag sind regelmäßige und wichtige Kontaktzeiten zwischen den Eltern und uns. Hier besteht die Möglichkeit, wichtige Informationen zum Kind kurz auszutauschen. Dies hilft uns am Tag noch besser auf die Kinder einzugehen und dadurch wissen wir, welches Thema eventuell ein Kind beschäftigt oder belastet. Vertrauliches wird im persönlichen Gespräch geklärt und kann in dringenden Fällen auch telefonisch stattfinden.
Sonstige Termine und Veranstaltungen werden an unserer Pinwand im Eingangsbereich und in Elternbriefen bekannt gegeben.
